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Anpassung von multifokalen Kontaktlinsen

Veröffentlicht am 25. März 2026

Zuletzt aktualisiert am 13. August 2026

  • Die Anpassung an multifokale Kontaktlinsen ist der Prozess, bei dem das Sehsystem lernt, zwischen zwei Bildern zu wählen, die gleichzeitig auf die Netzhaut fallen.
  • Das Gehirn blendet dabei das Bild aus, das gerade nicht benötigt wird, sodass der Träger sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharf sehen kann.
  • EDOF steht für „erweiterte Schärfentiefe“ und bedeutet, dass das Linsendesign einen größeren nutzbaren Schärfebereich anstelle von zwei separaten Brennpunkten ermöglicht.
  • Die Eingewöhnungsphase ist von Träger zu Träger unterschiedlich, und der Spezialist entscheidet anhand der Beschwerden und des Verhaltens, ob er Anpassungen vornimmt oder auf ein anderes Design umstellt.
  • Was der Träger in den ersten Tagen erlebt, lässt sich durch eine vorherige Einweisung weitgehend steuern.

Die Anpassung an multifokale Kontaktlinsen ist der Grund dafür, dass zwei Träger derselben Linse eine ganz unterschiedliche erste Woche erleben. Bei einer multifokalen Anpassung geht es nicht nur um die Optik, sondern auch darum, wie das visuelle System das dargebotene Bild verarbeitet. In diesem Blog erklären wir, dass bei einer Multifokallinse mehrere Bilder gleichzeitig auf die Netzhaut fallen, dass das Gehirn daraus eine Auswahl trifft und was das für die Erklärung bedeutet, die man im Vorfeld gibt. Was der Blog nicht liefert, ist eine Anpassungsdauer in Tagen oder eine Dioptriengrenze, die in den Produktinformationen nicht zu finden ist. Der Text endet mit der Frage, wann man auf ein anderes Design umsteigt, sodass man einen vollständigen Überblick vom Prinzip bis zur Entscheidung im Behandlungsstuhl erhält.

Was versteht man unter der Anpassung von multifokalen Kontaktlinsen?

Die Anpassung an multifokale Kontaktlinsen ist der Prozess, bei dem das visuelle System lernt, mit mehreren Bildern umzugehen, die gleichzeitig auf die Netzhaut fallen. Eine multifokale Linse bietet sowohl eine Sehstärke für die Nähe als auch für die Ferne. Das Gehirn wählt in jedem Moment das Bild aus, das es benötigt, und unterdrückt das andere. Diese Auswahl erfolgt nach einiger Zeit ganz automatisch, sodass der Träger den Übergang weniger bewusst wahrnimmt.

Diese Thematik hat sowohl eine optische als auch eine neuronale Seite. Die optische Seite betrifft das Design der Linse, das die Bilder liefert; die neuronale Seite betrifft den Lernprozess des visuellen Systems bei der Bildauswahl. Eine gute Linse garantiert daher noch keine gute Sicht: Erst wenn die Anpassung einsetzt, wird das dargestellte Bild auch nutzbar. Was eine Kontaktlinse genau mit dem Licht macht, erfährst du im Blog „Wie funktioniert eine Kontaktlinse?“. Was die Rolle des Optometristen bei der Presbyopie-Korrektur betrifft, ist der niederländische Optometristenverband (Optometristen Vereniging Nederland) die fachliche Quelle.

Wie verarbeitet das Gehirn zwei Schärfebereiche gleichzeitig?

Bei einer multifokalen Korrektur entstehen auf der Netzhaut immer ein scharfes und ein weniger scharfes Bild nebeneinander. Das visuelle System beurteilt, welches Bild in diesem Moment am nützlichsten ist, und räumt diesem Vorrang ein. Diese Präferenz verschiebt sich mit der Betrachtungsentfernung. Je öfter das System diese Entscheidung trifft, desto weniger Aufmerksamkeit erfordert sie. Das ist der Grund, warum sich die ersten Tage anders anfühlen als die dritte Woche.

Kontrast und Lichtverhältnisse beeinflussen die Auswahl, die das System trifft. Bei schwachem Licht oder geringem Kontrast ist der Unterschied zwischen den Bildern geringer, wodurch die Auswahl schwieriger wird und das Bild unruhiger wirken kann. Das erklärt, warum ein Träger tagsüber im Freien oft weniger Beschwerden hat als bei Abendlicht oder vor einem Bildschirm. Berücksichtigen Sie dies bei der Einweisung im Vorfeld, damit der Träger versteht, warum bestimmte Situationen in der Anfangsphase schwieriger sind als andere. So verbinden Sie das Prinzip mit der alltäglichen Erfahrung.

Was bedeutet EDOF bei multifokalen Kontaktlinsen?

EDOF steht für erweiterte Schärfentiefe (engl. „extended depth of focus“). Ein EDOF-Design erzeugt nicht zwei separate Brennpunkte, sondern einen größeren Bereich, in dem das Bild nutzbar scharf bleibt. Für den Träger bedeutet dies einen fließenderen Übergang zwischen verschiedenen Entfernungen. Für den Fachmann bedeutet es, dass die Anpassung anders abläuft als bei einem klassischen Design mit getrennten Zonen. Welches Prinzip eine bestimmte Linse verwendet, ist in den Produktinformationen angegeben.

Dabei ist die Unterscheidung zwischen einem konzentrischen und einem segmentierten Design von Bedeutung. Ein konzentrisches Design arbeitet mit Ringen für verschiedene Entfernungen, ein segmentiertes Design mit abgegrenzten Zonen, während ein EDOF-Design den Schärfebereich hingegen ausdehnt. Hersteller verwenden manchmal eine eigene Designbezeichnung für ihr EDOF-Prinzip; dabei handelt es sich um einen markengebundenen Begriff und keinen allgemeinen Fachbegriff, erklären Sie diesen daher bei Verwendung und verweisen Sie auf die Herstellerdokumentation. Das Konstruktionsprinzip eines bestimmten Objektivs finden Sie in den Produktinformationen; für Opzie Omnifocal ist dies in der europäischen Dokumentation des Herstellers angegeben.

Was bemerkt der Träger während der Anpassung an multifokale Kontaktlinsen?

Träger berichten in der Anfangsphase oft, dass sie das Bild noch als unruhig empfinden, insbesondere bei wechselnden Entfernungen und bei schlechten Lichtverhältnissen. Auch kann sich der Übergang vom Nah- zum Fernbereich bewusster anfühlen als bei einer Einstärkenkorrektur. Diese Erfahrungen lassen in der Regel nach, sobald das visuelle System die Anpassung automatisiert. Wie lange das dauert, ist je nach Träger und Design unterschiedlich.

Unterscheiden Sie in der Erklärung zwischen Beschwerden, die zur normalen Eingewöhnung gehören, und solchen, die Aufmerksamkeit erfordern. Ein unruhiges Sehbild und ein bewusster Wechsel zwischen Entfernungen gehören zur Eingewöhnung dazu. Schmerzen, Rötungen, plötzliche Sehbeeinträchtigungen oder Ausfluss gehören nicht dazu; diese sind ein Grund, früher wiederzukommen, wie auch thuisarts.nl im Zusammenhang mit Beschwerden bei Kontaktlinsen sowie in den Informationen zu Problemen und Komplikationen beschreibt. Beschwerden hinsichtlich des Tragekomforts, die mit Trockenheit zusammenhängen, können Sie anhand des Angebots in der Kategorie „Augenpflege“ besprechen. So weiß der Träger, wann Geduld angebracht ist und wann Kontakt erforderlich ist.

Wie lange dauert die Anpassung an multifokale Kontaktlinsen?

Die Eingewöhnungsphase ist von Träger zu Träger unterschiedlich. Alter, frühere Erfahrungen mit Kontaktlinsen, das gewählte Design, die verwendete Sehstärke und das tägliche Sehverhalten spielen dabei eine Rolle. Daher eignet sich eine feste Frist in Tagen nicht als Versprechen beim Optikerbesuch. Was hingegen hilft, ist, im Voraus zu erklären, dass sich die erste Zeit anders anfühlt, darauf hinzuweisen, worauf der Träger achten sollte, und einen konkreten Termin für eine Nachuntersuchung zu vereinbaren.

Eine genannte Frist weckt Erwartungen: Wenn Sie sagen, dass man sich nach ein paar Tagen daran gewöhnt, legt ein Träger, bei dem es länger dauert, die Linse schneller wieder beiseite. Formulieren Sie die Erklärung daher so, ohne ein Ergebnis zu versprechen. Sagen Sie beispielsweise, dass das Sehsystem Zeit braucht, um sich daran zu gewöhnen, dass viele Träger bereits bei der ersten Anpassung einen Unterschied bemerken und dass Sie bei der Kontrolluntersuchung gemeinsam beurteilen, wie es läuft. So geben Sie Orientierung, ohne einen Zeitrahmen zu nennen, den Sie im Beratungsgespräch einhalten müssen. Das empfohlene Anpassungs- und Kontrollverfahren für eine bestimmte Linse ist in der Herstellerdokumentation aufgeführt.

Was bedeutet Anpassung im Rahmen des Anpassungsgesprächs?

Die Einweisung wird so zu einem festen Bestandteil der Anpassung. Ein Träger, der weiß, dass sich das Sehbild in der ersten Zeit anders anfühlt, legt die Linse weniger schnell beiseite. Erläutern Sie daher, was passiert, was normal ist, was nicht normal ist und wann der Träger wiederkommen soll. Halten Sie fest, was Sie erklärt haben. So bleibt bei einem Folgetermin nachvollziehbar, welche Erwartungen geweckt wurden.

Eine kurze Checkliste für das Gespräch ist hilfreich: Erläutern Sie das Prinzip der Bildauswahl, nennen Sie die Situationen, die anfangs schwieriger sind, wie z. B. schlechte Lichtverhältnisse, weisen Sie darauf hin, bei welchen Beschwerden ein früherer Rückbesuch angebracht ist, und vereinbaren Sie einen konkreten Termin für die Nachuntersuchung. Erkundigen Sie sich auch, welche Sehentfernungen im Alltag am wichtigsten sind, damit Sie die Erläuterungen darauf abstimmen können. Wie viel dies für die Praxis bringt und wie sich eine gute Vorbereitung auf die Messzeit auswirkt, erfahren Sie im Blogbeitrag über die Sitzzeit in der Praxis. Informieren Sie sich für Fortbildungszwecke über das Angebot an Webinaren für Fachleute.

Wann sollte man zu einem anderen Linsendesign wechseln?

Ein Wechsel kommt in Betracht, wenn die Beschwerden nach einem vereinbarten Zeitraum nicht nachlassen, wenn der Träger die Linse nicht wie vereinbart trägt oder wenn die gemessenen Werte nicht zum Design passen. Prüfen Sie zunächst, ob die Anpassung und die Stärke stimmen und ob die Linse richtig sitzt. Erst danach sollten Sie ein anderes Design in Betracht ziehen. Halten Sie bei jedem Schritt fest, was Sie überprüft und was Sie angepasst haben.

Astigmatismus spielt bei der Wahl des Designs eine Rolle: Bis zu welchem Wert ein Design einen Zylinder berücksichtigt, ist in den europäischen Produktinformationen des Herstellers angegeben und nicht durch eine Faustregel festgelegt. Wenn die Wahl des Designs mit einem Behandlungsverlauf bei einem jüngeren Träger zusammenhängt, ist auch der Blog zum Thema Myopiemanagement mit Kontaktlinsen relevant. Die Marke und das gesamte Sortiment findest du auf der Markenseite von Opzie. Informiere dich in den Produktinformationen über den Korrekturbereich und die Eignung, bevor du ein anderes Design anpasst.

Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine persönliche Beratung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Unklarheiten an Ihren Kontaktlinsenspezialisten, Optiker oder (Augen-)Arzt.

Häufig gestellte Fragen zur Anpassung von Multifokal-Kontaktlinsen

Was ist neuronale Anpassung bei Kontaktlinsen?

Es handelt sich um den Prozess, in dem das visuelle System lernt, mit einer neuen Bildwahrnehmung umzugehen. Bei multifokalen Linsen bedeutet dies, zwischen Bildern zu unterscheiden, die gleichzeitig auf die Netzhaut treffen. Diese Unterscheidung erfordert anfangs Aufmerksamkeit und erfolgt später zunehmend automatisch. Das visuelle System umfasst nicht nur das Auge, sondern auch die Verarbeitung im Gehirn; diese Verarbeitung passt sich dem neuen Bildangebot an. Daher ist die Anpassung nicht nur eine Frage der Linse, sondern des Zusammenspiels zwischen Auge und Gehirn. Für die Praxis bedeutet dies, dass man bei der Anpassung von Multifokallinsen eine Eingewöhnungsphase einkalkuliert und dem Träger erklärt, dass sich das Bild anfangs anders anfühlt, als er es gewohnt ist.

Warum sieht nicht jeder Träger mit einer Multifokallinse sofort scharf?

Denn die Optik ist nur die halbe Miete. Das visuelle System muss erst lernen, mit dem neuen Sehhilfsmittel umzugehen. Frühere Erfahrungen mit Kontaktlinsen, das Design, die Sehstärke und das tägliche Sehverhalten bestimmen mit, wie die erste Eingewöhnungsphase verläuft. Zwei Träger mit derselben Linse können daher ganz unterschiedliche Gewöhnungsprozesse durchlaufen. Der eine gewöhnt sich schnell daran, der andere braucht mehr Zeit. Das ist normal und sagt nichts über die Qualität der Anpassung aus. Erklären Sie dies im Voraus, damit ein Träger nicht erschrickt, wenn das Bild anfangs noch unruhig ist. Beurteilen Sie bei der Nachuntersuchung, ob die Gewöhnung voranschreitet und ob die gemessenen Werte und die Kontaktlinse gut zu den Bedürfnissen des Trägers passen.

Was genau bedeutet EDOF?

EDOF steht für erweiterte Schärfentiefe. Das Design vergrößert den Bereich, in dem das Bild nutzbar scharf bleibt, anstatt zwei separate Brennpunkte anzubieten. Ob eine Linse dieses Prinzip nutzt, geht aus den Produktinformationen des Herstellers hervor. Für den Träger bedeutet ein EDOF-Design oft einen fließenderen Übergang zwischen den Entfernungen, da es keine scharfe Grenze zwischen den Zonen gibt. Für den Fachmann ändert sich dadurch die Anpassung: Man arbeitet mit einem ausgedehnten Schärfebereich anstelle von getrennten Zonen. Verwechseln Sie EDOF nicht mit einem konzentrischen oder segmentierten Design, da diese nach einem anderen Prinzip funktionieren. Welches Design für einen Träger geeignet ist, hängt von seinem Sehverhalten und dem vom Hersteller angegebenen Korrekturbereich ab.

Ist eine Multifokallinse dasselbe wie ein Multifokalglas?

Nein. Bei einem Brillenglas blickt der Träger durch verschiedene Zonen, indem er seinen Blick verschiebt. Bei einer Kontaktlinse bewegt sich die Korrektur mit dem Auge mit, wodurch das Sehsystem eine andere Aufgabe erhält. Bei einer Brille lernt der Träger, durch welchen Bereich er für welche Entfernung blicken muss; bei einer Kontaktlinse befindet sich die Korrektur immer an derselben Stelle vor der Pupille, unabhängig davon, wohin das Auge blickt. Dadurch muss das visuelle System lernen, aus den gleichzeitig dargebotenen Bildern auszuwählen, anstatt zu lernen, durch welchen Bereich es schauen muss. Dieser Unterschied erklärt, warum die Gewöhnung an eine Multifokallinse anders verläuft als an eine Multifokalbrille, auch bei Trägern, die bereits seit Jahren eine solche Brille tragen.

Wie lange dauert die Eingewöhnungsphase?

Das ist je nach Träger und Design unterschiedlich. Geben Sie daher keine feste Frist als Versprechen an. Vereinbaren Sie stattdessen einen konkreten Kontrolltermin und erklären Sie dem Träger, worauf er in der Zwischenzeit achten sollte. Faktoren wie Alter, bisherige Erfahrungen mit Kontaktlinsen, das Design, die Sehstärke und das tägliche Sehverhalten bestimmen mit, wie schnell die Gewöhnung verläuft. Ein genannter Zeitraum weckt Erwartungen und kann dazu führen, dass ein Träger, bei dem es länger dauert, zu früh aufgibt. Sagen Sie daher, dass das Sehsystem Zeit braucht, dass viele Träger bereits bei der ersten Anpassung einen Unterschied bemerken und dass Sie bei der Nachuntersuchung gemeinsam beurteilen, wie es läuft. So geben Sie Orientierung, ohne ein Ergebnis zu versprechen, das Sie nicht garantieren können.

Welche Beschwerden gehören zu einer normalen Eingewöhnungsphase?

In der Anfangsphase kann es bei wechselnden Entfernungen und bei schlechten Lichtverhältnissen zu einem unscharfen Bild kommen. Schmerzen, Rötungen, plötzliche Sehbeeinträchtigungen oder Ausfluss gehören nicht dazu und sind Grund, sich umgehend an einen Augenarzt zu wenden. Machen Sie diesen Unterschied im Voraus deutlich, damit der Träger weiß, wann Geduld angebracht ist und wann er eingreifen muss. Anpassungsbeschwerden lassen in der Regel nach, sobald das visuelle System die Bildauswahl automatisiert. Alarmsignale können auf ein anderes Problem hinweisen, wie beispielsweise eine schlecht sitzende Linse oder eine Augenerkrankung, und erfordern eine Untersuchung. Erklären Sie dem Träger, dass er sich im Zweifelsfall jederzeit an Sie wenden darf, denn eine rechtzeitige Untersuchung verhindert, dass aus einem kleinen Problem ein größeres wird oder dass ein Träger unnötigerweise aufgibt.

Kann Astigmatismus mit einer Multifokallinse korrigiert werden?

Bis zu welchem Wert ein Design Astigmatismus berücksichtigt, ist in den europäischen Produktinformationen des Herstellers angegeben. Orientieren Sie sich an diesem Grenzwert aus der offiziellen Dokumentation und nicht an einer Faustregel oder einem älteren Webtext. Einige Multifokaldesigns berücksichtigen einen begrenzten Zylinderwert, andere erfordern ein torisches Design oder eine andere Lösung. Messen Sie den Zylinderwert und vergleichen Sie ihn mit dem vom Hersteller angegebenen Korrekturbereich, bevor Sie sich für ein Design entscheiden. Liegt der Zylinderwert außerhalb dieses Bereichs, sollten Sie nach einer Alternative suchen. Vermeiden Sie es, Korrekturgrenzen aus Marketingmaterialien oder veralteten Texten zu übernehmen, da diese von den aktuellen Produktinformationen abweichen können. Die Herstellerdokumentation ist die zuverlässige Quelle dafür, was ein bestimmtes Design leisten kann.

Was können Sie im Vorfeld tun, um das Risiko eines Abbruchs zu verringern?

Erklären Sie dem Träger, was er erleben wird, warum das so ist und wann Sie ihn wiedersehen. Fragen Sie nach, welche Sehentfernungen im Alltag am wichtigsten sind, und stimmen Sie die Erklärung darauf ab. Ein Träger, der weiß, dass sich das Sehbild in der ersten Zeit anders anfühlt, und der versteht, warum das so ist, legt die Linse weniger schnell beiseite. Besprechen Sie die Situationen, die anfangs schwieriger sind, wie zum Beispiel schlechte Lichtverhältnisse oder die Arbeit am Bildschirm, damit diese Erfahrungen keine Überraschung darstellen. Vereinbaren Sie einen konkreten Termin zur Nachuntersuchung und weisen Sie darauf hin, bei welchen Beschwerden eine frühzeitige Kontaktaufnahme erforderlich ist. Diese Vorabklärung ist einer der wichtigsten Schritte, die Sie unternehmen können, um eine erfolgreiche Anpassung zu gewährleisten, und sie nimmt im Verhältnis zum Ergebnis nur wenig Zeit in Anspruch.

Was wird nach einer multifokalen Anpassung festgehalten?

Halten Sie fest, welches Design und welche Stärke verwendet wurden, was Sie erklärt haben, welche Beschwerden der Träger genannt hat und welcher Kontrolltermin vereinbart wurde. Bei einer Nachuntersuchung bildet dies die Grundlage für die Beurteilung, ob eine Anpassung erforderlich ist. Eine gute Dokumentation macht nachvollziehbar, welche Erwartungen Sie geweckt haben und welche Vereinbarungen getroffen wurden – auch wenn ein anderer Mitarbeiter die Folgetermin durchführt. Notieren Sie außerdem die gemessenen Werte und gegebenenfalls den Zylinderwert, damit Sie im Zweifelsfall bezüglich des Designs zurückblicken können. Eine einheitliche Aktenführung hilft dabei, die Eingewöhnung über mehrere Termine hinweg zu verfolgen und festzustellen, ob ein Wechsel zu einem anderen Design erforderlich ist. Verwenden Sie dazu stets dieselbe Struktur in der Akte.

Wann sollte man einen Augenarzt überweisen?

Bei Beschwerden, die nicht mit der Eingewöhnungsphase zusammenhängen, bei einer Augenerkrankung, die außerhalb Ihrer Kompetenz liegt, und bei Zweifeln hinsichtlich des augenmedizinischen Befunds. Überweisen Sie den Patienten dann weiter und halten Sie fest, warum. Schmerzen, Rötungen, plötzliche Sehbeeinträchtigungen oder Ausfluss sind Anzeichen, die Sie ernst nehmen und nicht als Gewöhnungsproblem abtun sollten. Auch wenn Sie bei der Untersuchung etwas feststellen, das außerhalb Ihres Fachgebiets liegt, ist eine Überweisung der richtige Schritt. Beurteilen Sie zunächst, ob die Beschwerde mit der Linse, der Anpassung oder der Eingewöhnung zusammenhängt, seien Sie jedoch zurückhaltend, wenn die Situation unklar bleibt. Dokumentieren Sie den Grund für die Überweisung und Ihre Beobachtungen, damit der Augenarzt und Sie selbst einen nachvollziehbaren Überblick über den Verlauf haben.

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