- Aloe Vera ist als Inhaltsstoff in bestimmten Kontaktlinsenpflegemitteln und Augenpflegeprodukten enthalten; welche Funktion es in dem jeweiligen Produkt hat, ist in der europäischen Produktdokumentation angegeben.
- Eine Flüssigkeit mit Aloe Vera ersetzt keine Desinfektion: Welche Funktion ein Produkt hat, geht aus den Produktinformationen des Herstellers hervor.
- Aussagen über entzündungshemmende oder antibakterielle Wirkungen dürfen in der Produktkommunikation nicht ohne eine Begründung erfolgen, die die Behauptung für das jeweilige Produkt untermauert.
- Beschwerden über trockene Augen bei Kontaktlinsenträgern nehmen bei Hitze, unter Klimaanlagen und bei längerer Bildschirmarbeit zu.
- Welches Produkt geeignet ist, bestimmt der Kontaktlinsenspezialist anhand des Linsentyps, der Beschwerden und der Produktinformationen.
Aloe Vera in Kontaktlinsenflüssigkeit wirft oft mehr Fragen auf, als sie beantwortet, was an den Behauptungen liegt, die darüber kursieren. Für den Fachmann am Schalter ist der entscheidende Unterschied einfach: Auf der einen Seite steht, was die europäische Produktdokumentation tatsächlich über Zusammensetzung und Anwendung angibt, auf der anderen Seite steht, was auf dem Markt ohne Beleg über Aloe Vera behauptet wird. Die Frage taucht meist in einer bekannten Praxissituation auf, nämlich bei Beschwerden über trockene Augen aufgrund von Hitze, Klimaanlagen und langem Arbeiten am Bildschirm. In diesem Blogbeitrag behandeln wir, was Aloe Vera in einer Flüssigkeit oder einem Augenpflegeprodukt ist, in welchen Produkten sie vorkommt, was man darüber sagen darf und wie man Trockenheitsbeschwerden mit einem Kontaktlinsenträger bespricht. Dieser Artikel schreibt keine Wirkungen zu, die nicht in den Produktinformationen aufgeführt sind, und verweist bei jeder Produktaussage auf die Dokumentation des Herstellers.
Welche Wirkung hat Aloe Vera in Kontaktlinsenflüssigkeit?
Aloe Vera ist in bestimmten Kontaktlinsenflüssigkeiten und Augenpflegeprodukten ein Bestandteil der Zusammensetzung. Welche Funktion dieser Inhaltsstoff in einem bestimmten Produkt hat, ist in der europäischen Produktdokumentation des Herstellers angegeben und variiert je nach Produkt. Diese Dokumentation ist die einzige Quelle, auf die Sie sich hierfür stützen sollten. Aussagen über eine Wirkung, die dort nicht aufgeführt ist, haben weder in der Beratung eines Kontaktlinsenträgers noch in der Produktkommunikation etwas zu suchen.
Es ist hilfreich, drei Dinge voneinander zu unterscheiden: die Zusammensetzung, den Verwendungszweck und die Wirkungsweise. Die Zusammensetzung ist die Liste der Inhaltsstoffe. Der Verwendungszweck gibt an, wofür das Produkt laut Hersteller bestimmt ist, zum Beispiel für welchen Linsentyp und mit welcher Gebrauchsanweisung. Die Wirkungsweise beschreibt, was das Produkt bei der Anwendung bewirkt. Diese drei Aspekte werden in den Produktinformationen separat aufgeführt, und gerade bei einem Inhaltsstoff wie Aloe Vera ist diese Unterscheidung wichtig: Dass ein Stoff in der Zusammensetzung enthalten ist, sagt an sich noch nichts über eine medizinische Wirkung aus. Wer sich über die Zusammensetzung von Flüssigkeiten informieren möchte, findet die entsprechenden Informationen in der Erklärung dazu, was Kontaktlinsenflüssigkeit ist.
Welche Produkte mit Aloe Vera sind im Sortiment enthalten?
Im Sortiment von SMEYEL ist Aloe Vera unter anderem in „Alvera“, einer All-in-One-Lösung für weiche Kontaktlinsen, sowie in „Lacrifresh Aloe“ aus dem Bereich der Augenpflege enthalten. Für welchen Linsentyp ein Produkt bestimmt ist, welche Verpackungsgrößen es gibt und welche Gebrauchsanweisung gilt, finden Sie auf der Produktseite und in den Produktinformationen des Herstellers. Überprüfen Sie diese Angaben für jedes Produkt, bevor Sie eine Empfehlung aussprechen.
Der Unterschied in der Funktion ist wesentlich. Die Alvera All-in-One-Flüssigkeit dient der Pflege von weichen Kontaktlinsen und erfüllt gemäß den Produktinformationen die dafür vorgesehene Funktion. Die Lacrifresh Aloe-Augentropfen gehören zur Augenpflege und haben eine andere Anwendungsweise. Ein Augenpflegeprodukt ist keine Kontaktlinsenflüssigkeit und eine Kontaktlinsenflüssigkeit ist kein Augentropfen, auch wenn beide Aloe Vera enthalten. Informieren Sie sich auf der Markenseite von Avizor über den Hersteller und lesen Sie für jedes Produkt die dazugehörigen Produktinformationen, bevor Sie eine Empfehlung aussprechen.
Was darf man über Aloe Vera in Augenpflegeprodukten behaupten und was nicht?
Über ein Medizinprodukt dürfen Sie nur Aussagen treffen, die in der Produktdokumentation enthalten sind und die der vorgesehenen Anwendung entsprechen. Eine entzündungshemmende oder antibakterielle Wirkung gehört nicht dazu, solange diese für das jeweilige Produkt nicht belegt ist. Auch Aussagen zur Wiederherstellung des Feuchtigkeitshaushalts im Auge fallen nicht darunter. Beschreiben Sie stattdessen, wofür das Produkt bestimmt ist und für welchen Linsentyp es geeignet ist.
Sie hilft dabei, zwischen gesetzlich vorgeschriebenen Produktinformationen, Herstellerangaben und allgemeiner fachlicher Beratung zu unterscheiden. Gesetzlich vorgeschriebene Informationen und Herstellerangaben sind in der Produktdokumentation enthalten und an den Verwendungszweck gebunden. Fachliche Beratung ist der Kontext, den Sie als Fachkraft vermitteln, ohne dabei einem Produkt eine bestimmte Wirkung zuzuschreiben. Eine antibakterielle Angabe ist besonders heikel, da die Desinfektion bei der Kontaktlinsenpflege eine regulierte Funktion darstellt: Für diese Funktion sind die All-in-One-Flüssigkeiten und die Peroxidsysteme für Kontaktlinsen maßgeblich, deren desinfizierende Funktion in den Produktinformationen angegeben ist. Den entsprechenden Aufsichtsrahmen beschreibt die Aufsichtsbehörde für Gesundheit und Jugend. Die Anforderungen an Angaben und Produktinformationen ergeben sich aus der Europäischen Verordnung über Medizinprodukte 2017/745.
Warum nehmen Beschwerden über trockene Augen bei Hitze, Klimaanlagen und Bildschirmarbeit zu?
Bei Hitze und in klimatisierten Räumen ist die Luft trockener, wodurch der Tränenfilm schneller verdunstet. Bei längerer Bildschirmarbeit blinzelt man seltener, wodurch der Tränenfilm weniger regelmäßig erneuert wird. Bei Kontaktlinsenträgern kommen diese beiden Effekte durch das Tragen einer Linse auf dem Auge zusammen. Beschwerden über ein trockenes, brennendes oder sandiges Gefühl treten unter diesen Umständen häufiger auf.
In der Praxis bedeutet dies, dass das Umfeld oft aussagekräftiger ist als das Produkt selbst. Erkundigen Sie sich daher, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten: im klimatisierten Büro, bei längerer Bildschirmarbeit, im Auto, wenn der Luftstrom direkt in die Augen bläst, oder gerade draußen bei Wind und Hitze. Oft deutet dieses Bild eher auf die Umgebungsbedingungen als auf die Kontaktlinsenflüssigkeit hin. Der Hintergrund von Komfort- und Trockenheitsbeschwerden beim Tragen von Kontaktlinsen wird auf oogartsen.nl unter „Probleme und Komplikationen“ beschrieben, und die Erläuterungen für den Träger selbst finden Sie auf thuisarts.nl unter „Beschwerden bei Kontaktlinsen“. Der niederländische Optometristenverband (Optometristen Vereniging Nederland) bietet fachliche Informationen zu Trockenheitsbeschwerden und dem Tragen von Kontaktlinsen.
Wie spricht man mit einem Kontaktlinsenträger über Beschwerden wegen trockener Augen?
Beginnen Sie mit der Befragung: Seit wann besteht die Beschwerde, unter welchen Umständen tritt sie auf, wie lange wird die Linse täglich getragen und welche Flüssigkeit wird verwendet? Überprüfen Sie anschließend die tägliche Routine und die Hygiene. Erst wenn dieses Bild vollständig ist, sollten Sie eine Anpassung der Pflegelösung, des Linsentyps oder der Tragedauer in Betracht ziehen. Versprechen Sie keine Ergebnisse und halten Sie fest, was Sie empfohlen haben.
Ein kurzer Fragebogen konkretisiert das Gespräch: Dauer und Zeitpunkt der Beschwerden, tägliche Tragedauer, verwendetes Produkt, Umstände, unter denen die Beschwerden auftreten, und die Art und Weise, wie der Träger die Linsen pflegt. Bei der Auswahl der Pflegeflüssigkeit solltest du darauf achten, für welchen Linsentyp ein Produkt bestimmt ist, und die Gebrauchsanweisung beachten, da diese Kombination nicht beliebig ausgetauscht werden kann. Hintergrundinformationen zu Hygiene und der täglichen Routine finden Sie auf oogartsen.nl unter dem Thema „Pflege von Kontaktlinsen“. Der Allgemeine Niederländische Verband der Kontaktlinsenspezialisten beschreibt die Vorgehensweise bei der Befragung und Betreuung bei Komfortbeschwerden.
Wann überweist man einen Kontaktlinsenträger an den Augenarzt?
Leiten Sie den Patienten weiter, wenn Schmerzen, zunehmende Rötungen, plötzliche Sehbeeinträchtigungen, Ausfluss oder Beschwerden auftreten, die sich trotz Anpassung der Pflege nicht bessern. Diese Anzeichen deuten nicht auf gewöhnliche Trockenheitsbeschwerden hin und erfordern eine ärztliche Untersuchung. Raten Sie dem Träger, die Linsen in dieser Situation nicht zu tragen, und halten Sie fest, welche Anzeichen Sie festgestellt haben und welchen Rat Sie gegeben haben.
Die Unterscheidung zwischen einem Komfortproblem und einem Alarmsignal lässt sich im Gespräch treffen: Ein trockenes oder sandiges Gefühl, das unter bestimmten Umständen auftritt, unterscheidet sich von Schmerzen, einem zunehmend geröteten Auge oder einer plötzlichen Verschlechterung des Sehvermögens. Bei Letzterem sind Vorsicht und eine Überweisung angebracht. Ein Grund, bei der Kontaktlinsenpflege niemals Wasser zu verwenden – auch nicht zum Spülen – ist das Infektionsrisiko: Warum Wasser nicht geeignet ist, erfahren Sie im Artikel „Kontaktlinsen mit Wasser oder Spülmittel reinigen“. Hintergrundinformationen zu schweren Infektionen liefert der Oogfonds zum Thema Acanthamoeba-Keratitis, und niederländische Forschungsergebnisse zu Infektionen bei Kontaktlinsenträgern finden sich in der FUSACA-Studie des RIVM.
Zu beachtende Punkte bei der Empfehlung von Flüssigkeiten mit Aloe Vera
Überprüfen Sie vor jeder Beratung für jedes Produkt eine festgelegte Anzahl von Punkten: den Linsentyp, für den das Produkt bestimmt ist, die Gebrauchsanweisung, die Warnhinweise, die in den Produktinformationen angegebene Haltbarkeitsdauer nach dem Öffnen sowie die Frage, ob das Produkt zur Desinfektion bestimmt ist oder nicht. Übernehmen Sie keine Formulierungen aus älteren Webtexten oder Werbematerialien, ohne diese anhand der aktuellen Produktdokumentation zu überprüfen. So bleibt Ihre Beratung im Einklang mit den Angaben des Herstellers und den gesetzlichen Vorschriften, und Sie beschränken Aussagen zu einem Inhaltsstoff wie Aloe Vera auf das, was die Produktinformationen tatsächlich abdecken.
Wenn Sie wissen möchten, was erhältlich ist und in welchen Verpackungen, sehen Sie sich die verfügbaren Verpackungen auf der Produktseite an oder besprechen Sie die Anwendung mit unserem Team. Für Kontaktlinsenträger gilt: Fragen Sie Ihren Kontaktlinsenspezialisten, welches Produkt geeignet ist. Ein Kontaktlinsenträger wählt die Pflegelösung nicht selbst aus, da die Wahl vom Linsentyp und der Gebrauchsanweisung abhängt. Die Aufsicht über den Verkauf und Vertrieb dieser Produkte liegt bei der Aufsichtsbehörde für Gesundheit und Jugend, was einmal mehr unterstreicht, dass Produktangaben fundiert sein müssen.
Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine persönliche Beratung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Unklarheiten an Ihren Kontaktlinsenspezialisten, Optiker oder (Augen-)Arzt.
Häufig gestellte Fragen zu Aloe Vera in Kontaktlinsenflüssigkeit und Augentropfen
Was ist Aloe Vera in einer Kontaktlinsenflüssigkeit?
Es ist ein Bestandteil bestimmter Produkte. Welche Funktion es in dem jeweiligen Produkt hat und zu welchem Zweck es enthalten ist, geht aus der europäischen Produktdokumentation des Herstellers hervor. Diese Dokumentation ist die einzige Quelle, auf die Sie sich hierfür stützen sollten. Dass ein Stoff in der Zusammensetzung enthalten ist, bedeutet an sich noch nicht, dass er eine medizinische Wirkung hat: Die Zusammensetzung, die beabsichtigte Anwendung und die Wirkung sind in den Produktinformationen gesondert aufgeführt. Für Fachleute bedeutet dies, dass Sie eine Aussage zu Aloe Vera stets auf die für das jeweilige Produkt festgelegten Angaben stützen und nicht auf allgemeine Informationen über den Inhaltsstoff. So bleibt die Beratung des Kontaktlinsenträgers nachvollziehbar und innerhalb der für die Produktkommunikation geltenden Grenzen.
Desinfiziert eine Flüssigkeit mit Aloe Vera?
Ob ein Produkt zur Desinfektion bestimmt ist, geht aus den Produktinformationen hervor und hängt vom Produkttyp ab. Ein Inhaltsstoff wie Aloe Vera sagt nichts über die desinfizierende Wirkung aus. Überprüfen Sie diese Funktion immer in den Produktinformationen und nicht in einer Zusammenfassung. Bei der Kontaktlinsenpflege ist die Desinfektion eine regulierte Funktion, und für diese Funktion muss man den dafür vorgesehenen Produkttyp berücksichtigen, wie beispielsweise eine All-in-One-Lösung oder ein Peroxid-System, mit der vom Hersteller angegebenen desinfizierenden Wirkung. Ein Produkt, dessen Funktion in der Dokumentation nicht als desinfizierend beschrieben ist, darf auch nicht als solches präsentiert werden. Vermitteln Sie daher niemals den Eindruck, dass eine Aloe-Vera-Flüssigkeit die Desinfektion ersetzt, da dies einen Kontaktlinsen-Träger zu einer unsicheren Anwendung verleiten könnte.
Kann man sagen, dass Aloe Vera entzündungshemmend wirkt?
Nicht ohne eine Begründung, die diese Wirkung für dieses Produkt und diese Anwendung abdeckt. Die Entzündungshemmung ist eine therapeutische Wirkung, und diese schreibt man keiner Kontaktlinsenflüssigkeit oder einem ihrer Bestandteile zu. Eine solche Behauptung berührt die pharmakologische Wirkung und geht über das hinaus, was man auf der Grundlage der Produktinformationen über ein Medizinprodukt sagen darf. Auch ein Vorbehalt macht die Behauptung nicht zulässig. Wenn der Hersteller vergleichbare Informationen in die europäische Dokumentation aufnimmt, übernimmt man diese wörtlich und mit Quellenangabe und formuliert sie nicht frei um. Beschreiben Sie anstelle einer Wirkungsbehauptung lieber, wofür das Produkt bestimmt ist und für welchen Linsentyp es geeignet ist, und verweisen Sie im Übrigen auf die Produktinformationen des Herstellers.
Welche Produkte im Sortiment enthalten Aloe Vera?
Dazu gehören unter anderem Alvera, eine All-in-One-Lösung für weiche Kontaktlinsen, und Lacrifresh Aloe aus dem Bereich der Augenpflege. Informationen zum Linsentyp, zur Verpackung und zur Gebrauchsanweisung finden Sie auf der Produktseite und in den Produktinformationen. Die Unterscheidung zwischen den beiden ist wichtig: Alvera gehört zur Pflege weicher Kontaktlinsen und hat die damit verbundene Funktion, während Lacrifresh Aloe ein Augenpflegeprodukt mit einer anderen Anwendungsweise ist. Ein Augenpflegeprodukt und eine Kontaktlinsenflüssigkeit sind nicht austauschbar, auch wenn beide Aloe Vera enthalten. Überprüfen Sie vor einer Beratung die jeweilige Produktdokumentation und nutzen Sie die Produktseite für aktuelle Verpackungen und Spezifikationen. So geben Sie eine Beratung, die mit dem tatsächlich Lieferbaren und Beschriebenen übereinstimmt.
Warum leiden Kontaktlinsenträger bei Klimaanlagen häufiger unter trockenen Augen?
Klimaanlagen trocknen die Luft aus, wodurch der Tränenfilm schneller verdunstet. In Kombination mit einer Kontaktlinse auf dem Auge und weniger Blinzeln bei der Arbeit am Bildschirm treten Beschwerden über ein Trockenheitsgefühl daher häufiger auf. Für einen Kontaktlinsenträger summieren sich diese Effekte: Die trockenere Luft, das Tragen der Linse und das verminderte Blinzeln bei konzentrierter Arbeit kommen zusammen. Das erklärt, warum Beschwerden gerade im Büro oder bei langen Bildschirmphasen auftreten und außerhalb dieser Situationen weniger häufig sind. Für die Praxis ist dies ein Hinweis darauf, zunächst die Umstände zu betrachten, bevor man an das Produkt denkt. Manchmal ist bereits eine Anpassung der Arbeitsumgebung oder des Blinzelverhaltens aufschlussreich, und erst danach wägt man ab, ob eine Anpassung der Pflege oder des Linsentyps sinnvoll ist.
Was fragst du bei Beschwerden über trockene Augen?
Seit wann die Beschwerden bestehen, unter welchen Umständen sie auftreten, wie lange die Kontaktlinsen täglich getragen werden, welche Pflegelösung verwendet wird und wie die tägliche Routine aussieht. Dieses Gesamtbild entscheidet darüber, ob eine Anpassung der Pflege, des Linsentyps oder der Tragedauer sinnvoll ist. Fragen Sie auch nach dem Zeitpunkt am Tag, zu dem die Beschwerden am stärksten sind, denn eine Beschwerde, die gegen Ende des Tages auftritt, deutet auf etwas anderes hin als eine Beschwerde, die den ganzen Tag über vorhanden ist. Überprüfen Sie außerdem die Hygiene und die Art und Weise, wie der Träger die Linsen aufbewahrt und reinigt. Erst wenn dieses Bild vollständig ist, sollten Sie eine Anpassung in Betracht ziehen. Versprechen Sie keine Ergebnisse, halten Sie fest, was Sie erfragt und welche Ratschläge Sie gegeben haben, und planen Sie gegebenenfalls einen Kontrolltermin ein, um die Wirkung zu beurteilen.
Kann ein Kontaktlinsenträger selbst eine andere Flüssigkeit wählen?
Die Wahl hängt vom Linsentyp und der Gebrauchsanweisung ab, und diese Kombination ist nicht beliebig austauschbar. Kontaktlinsenträger sollten sich immer bei ihrem Kontaktlinsenspezialisten erkundigen, welches Produkt geeignet ist. Eine Flüssigkeit, die für einen bestimmten Linsentyp bestimmt ist, eignet sich nicht automatisch für eine andere Linse, und die gemischte Verwendung von Produkten kann zu Problemen führen. Für den Fachmann bedeutet dies, dass Sie dem Träger klar machen müssen, dass die Wahl eine fachliche Abwägung ist und keine Frage der Vorliebe oder des Preises im Regal. Verweisen Sie im Zweifelsfall an den Kontaktlinsenspezialisten und legen Sie fest, welches Produkt zu welchem Linsentyp gehört. So verhindern Sie, dass ein Träger auf eigene Initiative zu einer Flüssigkeit wechselt, die nicht zu seinen Linsen passt.
Darf bei der Kontaktlinsenpflege Wasser verwendet werden?
Nein. Wasser ist nicht zur Reinigung oder Aufbewahrung von Kontaktlinsen geeignet. Verwenden Sie ausschließlich ein Produkt, das gemäß den Produktinformationen für diesen Zweck vorgesehen ist, und befolgen Sie die Gebrauchsanweisung. Leitungswasser und auch destilliertes Wasser können Mikroorganismen enthalten, die auf einer Linse und in einem Linsenbehälter ein Risiko darstellen. Ein bekanntes Beispiel ist eine Augenentzündung durch Acanthamoeba, einen im Wasser vorkommenden Mikroorganismus. Spülen oder bewahren Sie Ihre Linsen daher niemals mit Wasser auf und bringen Sie einen Linsenbehälter ebenfalls nicht mit Wasser in Kontakt. Raten Sie dem Träger, ausschließlich die dafür vorgesehene Flüssigkeit zu verwenden, den Behälter gemäß der Anleitung zu reinigen und rechtzeitig zu ersetzen. Dies ist eine der wichtigsten Hygieneregeln beim Tragen von Kontaktlinsen und sollte im Zweifelsfall oder bei Beschwerden erneut betont werden.
Wann sollte ein Kontaktlinsenträger zum Augenarzt gehen?
Bei Schmerzen, zunehmender Rötung, plötzlicher Sehbeeinträchtigung, Ausfluss oder Beschwerden, die auch nach einer Anpassung der Pflege nicht abklingen, sollten Sie in dieser Situation empfehlen, die Kontaktlinsen herauszunehmen und sich umgehend in Verbindung zu setzen. Diese Anzeichen deuten nicht auf gewöhnliche Trockenheitsbeschwerden hin und erfordern eine ärztliche Untersuchung. Für den Fachmann ist es wichtig, zwischen einem Komfortproblem, das mit den Umständen oder der Pflege zusammenhängt, und einem Alarmsignal, das auf eine Komplikation hindeuten kann, zu unterscheiden. Im Zweifelsfall gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht – lassen Sie den Träger die Kontaktlinsen herausnehmen und überweisen Sie ihn weiter. Halten Sie fest, welche Anzeichen Sie festgestellt und welche Empfehlungen Sie gegeben haben. So machen Sie Ihre eigene Beratung nachvollziehbar und stellen sicher, dass ein Träger mit schwerwiegenderen Beschwerden rechtzeitig zum richtigen Gesundheitsdienstleister gelangt.
Wo steht, was man über ein Produkt sagen darf?
In der europäischen Produktdokumentation des Herstellers und im Rahmen der Vorschriften für Medizinprodukte. Übernehmen Sie keine Formulierungen aus älteren Webtexten oder Werbematerialien, ohne diese anhand der Produktdokumentation zu überprüfen. Die Dokumentation beschreibt die Zusammensetzung, den Verwendungszweck, die Gebrauchsanweisung und die Warnhinweise, und diese bilden zusammen die Grenze dessen, was Sie über ein Produkt sagen dürfen. Der Aufsichtsrahmen, einschließlich der Rolle der Aufsichtsbehörde für Gesundheit und Jugend sowie der europäischen Verordnung über Medizinprodukte, legt darüber hinaus fest, welche Angaben zulässig sind. Eine Aussage, die nicht in der Dokumentation enthalten ist, gehört nicht in die Beratung oder in die Produktkommunikation, auch wenn sie schon seit Jahren irgendwo auf einer Seite steht. Überprüfen Sie im Zweifelsfall die aktuellste Dokumentation beim Hersteller oder Lieferanten.